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Sorsum 2026: Erste Woche mit Feuer und Schnee


Liebes Tagebuch …

… nachdem das neue Jahr in Sorsum in einer winterlich kühlen, aber noch frostfreien und trockenen Silvesternacht von den Einen feucht-fröhlich mit Feuerwerk, von Anderen eher ruhig und besinnlich begrüßt worden war, startete mit dem folgenden Wochenende eine ereignisreiche und turbulente erste Januar-Woche.

03./04. Januar

Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt setzt der angekündigte Schneefall ein, so dass den Sorsumer Kindern an ihren letzten Ferientagen die ersten Abfahrten auf der traditionellen Rodelstrecke in der Sackstraße ermöglicht werden können. Für die Sicherheit der Kinder ist die Straße am Schildweg und an der Hauptstraße mit Absperrbaken und rot-weißem Flatterband für den Verkehr gesperrt worden. Die Jungen und Mädchen auf ihren Schlitten haben sichtlich viel Spaß mit dem ersten Schnee des Jahres. Anlieger Hartmut Frohms muss lediglich irritiert zur Kenntnis nehmen, dass einzelne Autofahrer versuchen, die Abkürzung zum Schildweg durch die steile und schneeglatte Sackstraße zu nehmen und dazu kurzerhand die Absperrung beiseiteschieben.

05. Januar

Gegen Abend dieses Montags erhellt plötzlich roter Feuerschein die schneebedeckten Felder rund um das Diakoniegelände. Die Großwäscherei GWH ist in Brand geraten. Flammen lodern aus dem Wäschelager und dicke, schwarze Qualmwolken ziehen über den Finkenberg in Richtung Bockfeld.
120 Feuerwehrleute von der Berufsfeuerwehr Hildesheim, den umliegenden freiwilligen Feuerwehren und natürlich der frw. Feuerwehr Sorsum sind zum Teil bis in die frühen Morgenstunden im Einsatz, um den Brand zu bekämpfen.
Die HAZ und der NDR berichten ausführlich über die Ereignisse und ihre Folgen.
Abgesehen von einem Verdachtsfall auf Rauchvergiftung sind, Gott sei Dank, keine Menschen zu Schaden gekommen. Der eingetretene Sachschaden ist erheblich. Dessen genaue Höhe sowie die Brandursache müssen noch ermittelt werden.
Der Betrieb der Wäscherei wird weitgehend eingestellt bzw. in andere Wäschereien verlagert. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden weiter beschäftigt, müssen aber zum Teil weite Wege bis zu ihrem neuen Einsatzort in Minden in Kauf nehmen.

07. – 09. Januar

Tief „Elli“ ist im Anmarsch! Dabei treffen wärmere und feuchte Luftmassen aus Süden auf eiskalte Luft aus Skandinavien. Die Folge: Frost, anhaltende Schneefälle mit starken Winden, die bis Freitag zu Schneeverwehungen führen. Von alledem bleibt Sorsum natürlich nicht unberührt. Busse und Bahnen stellen den Verkehr ein, Schulen in Niedersachsen – auch die Grundschule Sorsum – bleiben am Freitag geschlossen. Die Schneehöhen erreichen locker die 20 cm-Marke. Da in Sorsum – abseits der Busrouten – keine Straßen geräumt werden, ist der Autoverkehr stark eingeschränkt. Die Kinder freut es: Schlitten raus und los! Den Erwachsenen bleibt – wenn möglich – das Arbeiten im Home-Office und das Schneeschaufeln auf den Gehwegen vor dem Haus.

10./11. Januar

Starker Wind in der Nacht zum Samstag sorgt am darauffolgenden Vormittag dafür, dass sich Autofahrer auf der K108 nördlich von der Sorsumer Hauptstraße bis zur B1-Auffahrt in hohen Schneeverwehungen festfahren und von Traktoren befreit werden müssen. Wegen Überlastung der Räumfahrzeuge entschließt sich die Stadt zur Sperrung der K108 in diesem Bereich.
Der Wind und Schneefall lassen derweil nach, während der Frost sich verschärft, um in der Nacht von Sonntag auf Montag in den zweistelligen Minusbereich zu rutschen.
Ein Traktor mit einer Reihe von Schlitten, auf denen johlende Kinder sitzen, im Schlepptau dreht seine Runden um Finkenberg und Hinterm Kirchdorf.
Die Jugendfeuerwehr hat sich entschlossen, die Tannenbaumsammelaktion – wie geplant – am Samstag durchzuführen, obwohl einige Jugendfeuerwehren in Nachbarorten diese bereits am Tag zuvor abgesagt haben. Hut ab!
Auch die Jahreshauptversammlung des SV Teutonia findet am Abend wie geplant statt. Fast 80 Mitglieder stapfen durch den Schnee zur Sporthalle.
Der Sonntag präsentiert sich schließlich als sonniger, aber eiskalter Familien-Wintertag. Eltern ziehen ihre Kinder auf Schlitten durch den Schnee.
Der Räumdienst der Stadt meldet, dass die Zufahrt zur B1 wieder frei ist, warnt aber bereits vor der nächsten Woche, wenn Regen auf gefrorenen Boden zu gefährlicher Eisglätte führt und der Schnee anschließend bei Plustemperaturen (auch nachts) binnen kürzester Zeit erst einmal wieder Geschichte sein wird.

Fotos: Achim Kröger, Hartmut Hanenkamp, u. a.